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Grumman HU-16 Albatross von PAF
von PAF
Als Besitzer eines Wohnmobils ist man häufiger an Wocheneden auf Tour. So ein bewegliches Heim ist schon äußerst praktisch, da man in kurzer Zeit alle erdenklichen Orte erobern kann und alles Notwendige dabei hat, was man zum täglichen Leben braucht einschl. des nächtlichen Schlafplatzes. Oftmals führen diese Kurzreisen an einen See und was liegt näher, als dieses nasse Element auch für ein anderes Hobby zu nutzen. Wenn diese Freizeitgestaltung dann auch noch Modellflug heißt, ist der Gedanke an einen Wasserflieger gar nicht mal so abwegig. Nun, ich hatte in der Vergangenheit schon einmal diese Idee, aber das Piperle, welches für den Einstieg in den Wasserflug herhalten sollte, hatte dem nassen Element schmerzlich getrotzt, wie hier nachzulesen ist.
Aber Versuch macht ja bekanntlich klug und so wurde ein zweiter Anlauf genommen. Diesmal sollte es aber ein Flieger sein, der schon von seiner Grundkonzeption für das Starten und Landen auf dem Wasser gedacht ist. Und hier findet man auf dem Markt ein großes Angebot von Modellen, die vielfach ein vorbildgetreues oder ähnliches, verkleinertes Abbild eines Originals aufweisen. Meistens sind diese Konstruktionen geschäumt und flugfertig, was nun gar nicht meinen Neigungen entspricht. Alternativen findet man aber reichlich bei Peter Adolfs (PAF), der in seinem Produktkatalog extra eine Sparte für Wasserflugmodelle eingerichtet hat. Hier viel die Wahl auf eine kleine Grumman HU-16 Albatross. Mit einer Spannweite von 1430 mm hat sie ideale Abmessungen, um in der Minigarage des Womos Platz zu finden und ist mit einem Fluggewicht von ca. 1100g darüber hinaus noch sehr handlich.
Die Albatross wird in zwei Varianten angeboten und zwar als ARF-Version, bei der alle Holzteile, also Flächen und Leitwerke, bereits zweifarbig mit Bügelfolie versehen sind und eine sogenannte ARC-Version, wo diese Bügelarbeiten selber ausgeführt werden müssen. Da ich mich immer noch als leidenschaftlicher Modellbauer bezeichne, habe ich mich dementsprechend für die ARC-Version entschieden, die darüber hinaus auch € 30,- preiswerter ist.
Angetrieben wird der Flieger mit zwei Elektro-Motoren, als Empfehlung findet man auf den PAF-Websites die alt bewährten Speed 400 mit 8-9 Zellen. Nun im Zeitalter der Außenläufer ist diese Konfiguration nicht mehr besonders zeitgemäß, was mir Peter Adolfs in einem klärenden Telefongespräch natürlich auch bestätigte und empfahl mir alternativ zwei Brushless-Motoren aus seinem Produktangebot mit einem Lipo 3S 2200 mAh. Er betonte, dass man aus Gründen der Steuerbarkeit auf dem Wasser unbedingt für jeden E-Motor einen separaten Regler verwenden sollte. Ein Empfehlung, die sich später als absolut richtig erwies.
Zusammen mit den passenden Reglern und Luftschrauben wurde die Bestellung dann vervollständigt und 3 Tage später stand der Paketdienst mit dem Objekt der Begierde vor der Haustüre. Nach dem Öffnen des Kartons findet man dann folgendes vor:
- einen strahlend weißen GFK-Rumpf
- zwei Rippenflächen, fertig beplankt mit eingebauten Servoschächten und verkasteten Querrudern
- Seiten- und Höhenleitwerk mit Rudern aus Balsaholz, fertig verschliffen
- diverse ABS-Tiefziehteile für Motorgondel, Randbögen, Servoschachtabdeckungen und Schwimmer für die Tragflächen
- Bowdenzüge für die Ruderanlenkungen im Rumpf
- ein Beutel mit Holz-Kleinteilen
- ein Beutel mit Befestigungsteilen für die Ruderanlenkungen
- zwei Dekorbögen
- eine Bauanleitung in Bildern mit einigen wenigen Anmerkungen in englischer/polnischer Sprache
- eine PAF-Anleitung mit zusätzlichen Anmerkungen zum Bauen und Fliegen des Modells
Eine genaue Betrachtung der wesentlichen Bauteile ergibt folgendes Ergebnis:
Der Rumpf ist sauber aus der Form gekommen, hat eine deutlich sichtbare Naht und ist mit 204g im Vergleich zu seinem Volumen angenehm leicht.
Die Tragflächen sind sehr sauber und exakt gebaut ohne wenn und aber. Es sind keinerlei Verzüge festzustellen und mit 91g und 94g praktisch gleich schwer.
Der Bausatz ist im Endeffekt absolut komplett, bis auf die Motoren, Kabel und RC-Anlage nebst Akku braucht man nichts aus den heimischen Depots hinzuzufügen.
Die Bauanleitung ist in Baustufen aufgebaut, die einzelnen Stufen sind sehr gut und ausreichend bebildert, so dass der Bau ohne großartige Anleitungen in Schriftform gelingen sollte.
Für diesen Bericht wurde sich daher auch exakt an die Reihenfolge der Bauanleitung gehalten und die beginnt mit dem Einbau der Auflagen der Rumpf-Servos für die Höhen- und Seitenruder. Alle Holzteile hierfür sind bereits passgerecht zugeschnitten und brauchen lediglich mit dem Rumpf verklebt werden. Die Servos sollten man allerdings jetzt noch nicht verschrauben, dass geschieht erst nach Einziehen der Bowdenzuge.
Hierzu noch ein Tipp: Hinter den Servos wird ein Balsa-Spant mit Längsschlitzen eingeklebt. In die Schlitze werden zum Schluss die Bowdenzüge von den beiden Höhenrudern und dem Seitenruder eingeführt. Bevor man diesen Spant einklebt sollte man prüfen, ob die Bowdenzüge spannungsfrei in die Klemmbefestigungen auf den Servohebeln enden. Dies ist für die Rückstellgenauigkeit der Ruder sehr wichtig. Wenn die Anlenkungsdrähte für das Einfädeln in die Klemmbefestigungen auch nur leicht gebogen werden müssen, werden die Anlenkungen sofort sehr schwergängig, womit die kleinen Servos schnell überfordert sind und das mit mangelnder Rückstellgenauigkeit quittieren. Hier sollte man also die Höhe der Schlitze genau prüfen und ggfls. korrigieren.
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Der nächste Punkt der Bauanleitung, der Einbau einer Akkuaufnahme für einen 8-9 Zeller NiMH, kann komplett entfallen. Im Beiblatt von Peter Adolfs ist zu lesen, dass bei Verwendung eines Lipos dieser ganz vorne im Rumpf platziert werden soll und somit auf die Akkuaufnahme für den 9-Zeller verzichtet werden kann. Dieser ist für den Lipo eh ungeeignet. Aber hierauf wird später noch einmal genauer eingegangen.
Weiter geht es mit den Tragflächen, die jetzt zusammengebaut werden sollen. Hierzu wird eine kleine Steckung aus Sperrholz sowie zwei Kunststoffhülsen in die vorhandenen Öffnungen der Anschlussrippe einer Fläche geklebt und danach beide Flächen miteinander stumpf verklebt.
Da die V-Form bereits vorgegeben ist, sollte das auch für den weniger erfahrenden Modellbau keinerlei Probleme darstellen. An die Servokabel und Zuleitungen zu den E-Motoren braucht man jetzt noch nicht zu denken, die können auch später noch eingezogen werden. In die Nasenleiste wird nun der Dübel für die Rumpfarretierung geklebt, auf die Endleiste kommt noch eine Verstärkung aus dünnem Sperrholz, an dieser Stelle wird die Fläche mit zwei Kunststoffschrauben am Rumpf befestigt. Die Löcher für Dübel und Schrauben müssen nun am Rumpf angezeichnet und gebohrt werden. Wenn das Epoxi, mit denen die Einschlag-Muttern im Rumpf eingeklebt werden, getrocknet ist, kann die Flächenmontage für die Anprobe bereits erfolgen. Wenn man hier genau arbeitet und die Mitten von Rumpf und Tragfläche nicht aus den Augen verliert, wird dies auch ohne Schwierigkeiten gelingen.
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Wie man auf dem obigen Bild unschwer erkennen kann, sind die Übergänge von Nasen- und Endleiste zum Rumpf mit einer gewaltigen Kante belegt. Aber hier wartet der Bausatz mit einem wunderbaren Gimmick auf nämlich eine fertige GFK-Abdeckung, die einfach auf die Tragfläche geklebt wird und sich dabei der Rumpfform anpasst, wodurch eine harmonische Rumpflinie entsteht.
Da es sich um ein GFK-Formteil handelt und es entsprechend der Rumpfkontur gewölbt ist, befindet sich darunter natürlich ein Hohlraum, was aber vollkommen belanglos ist. Man erhält so mit wenig Aufwand und vor allen Dingen geringem Gewicht aerodynamisch saubere Übergänge von Fläche zum Rumpf. Das Formteil wird lediglich an den Auflagekanten auf die Tragfläche geklebt. Mit dem aufgebrachten Kreppband entfernt man sauber und einfach austretenden Klebstoff. Darüber hinaus wurde zum Abschluss der Bereich um die Klebekanten noch verspachtelt und verschliffen, um so einen fließende Übergange von Formteil zur Fläche zu erhalten. Notwendig ist das nicht, aber die ganz Peniblen mögen so etwas ganz gern. :-)
Zwischen den einzelnen Arbeitsgängen sollte man die Zeit immer wieder nutzen, um sich mit den Tiefziehteilen auseinander zu setzen. Diese müssen nämlich alle ausgeschnitten werden. Wer eine gerundete Schere (Nagelschere) verwendet wird sich wesentlich einfacher tun. Auch sollte man für die erforderlichen Schleifarbeiten etwas mehr Zeit einplanen. Wichtig: Je exakter man schneidet und schleift, desto besser.
Mit den Formteilen werden die Schwimmer für die Tragflächen hergestellt und wenn diese durch unsauberes Ausschneiden Wasser ziehen sollten, ist das natürlich eher nachteilig. Und nur wenn die Motorgondeln sauber auf den Tragflächen aufliegen, bekommt das Modell das charakteristische äußere Erscheinungsbild.
Die ABS-Randbögen werden als nächstes an die Flächen geklebt. Vor der Montage der Motorhalter, der Gondeln sowie der Servos sollte nun die Fläche mit Folie bebügelt werden.
Die beiden Höhenleitwerkshälften werden unter Einhaltung einer vorgegebenen V-Form stumpf miteinander verklebt. Hierfür unterlegt man die Leitwerkshälften an der Außenkante und führt senkrecht dazu einen Schleifklotz an der Klebefläche, sodass eine Abschrägung geschliffen wird. Die Vorgehensweise ist übrigens so auch in der Bauanleitung exakt mit Bildern beschrieben.
Bevor man das Seitenleitwerk auf das Höhenleitwerk klebt, sollten diese Teile gleichfalls mit Bügelfolie versehen werden. Das Seitenleitwerk hat an der Verbindungstelle zum Höhenleitwerk Zapfen, die saugend in die Aussparungen am Höhenleitwerk passen. Somit ist eine rechtwinklige Montage einfach gegeben.
Hier noch einen Tipp:
Das komplette Leitwerk wird letztlich stumpf auf die Leitwerksaufnahme des Rumpfes geklebt. Man tut sich hier wesentlich einfacher, wenn man das Höhenleitwerk mit zwei kleinen Zapfen aus Rundholz versieht, die in den Rumpf eingepasst werden. Hierzu werden in das Höhenleitwerk zwei kleine Löcher gebohrt (2,5 mm), diese Löcher werden dann auf die Aufnahme am Rumpf übertragen und dort gleichfalls gebohrt. Nach der Montage des Seitenleitwerks werden dann die Löcher am Höhenleitwerk von unter nochmals bis in das Seitenleitwerk nachgebohrt, sodass die eingesetzten Dübel auch in das Seitenleitwerk reichen und diese Verbindung ebenfalls verstärken. Durch die Dübel wird das komplette Leitwerk bei der Montage auf den Rumpf in der Längsrichtung fixiert, es muss dann nur noch auf die senkrechte bzw. waagerechte Montage zur Rumpfachse geachtet werden.
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Abschließend werden die Höhenruder mit Tesafilm an das Leitwerk befestigt, das Seitenruder wird mit kleinen Scharnierplättchen an das Leitwerk angeschlagen. Diese findet man im Zubehörbeutel.
Die beiden Schwimmer für die Tragfläche werden aus zwei ABS-Teilen erstellt. Dicht sollten sie sein! Die Schwimmer haben einen Aufnahmeschlitz, in dem ein Kunststoff-Fertigteil eingeklebt wird. Für den Anschluss an die Tragfläche werden zwei Kunststoffhülsen gleichfalls an das Kunststoffteil verklebt, die entsprechenden Gegenhülsen sind bereits in den Tragflächen passgenau eingesetzt. Die Dübel passen stramm in die Hülsen, sodass die Schwimmer einfach und ohne weitere Sicherung eingesteckt werden können. Somit lassen sie sich für den Transport auch leicht wieder abnehmen.
Der Rumpf hat ein strahlend weißes Äußeres und gibt nach dem Aufbringen der Dekore optisch schon eine Menge her. Da aber Lackierungen mit zu den Leidenschaften in meinem modellbauerischen Leben gehören, wird natürlich hier aus dem Vollen geschöpft.
Zunächst einmal wird die Rumpfnaht komplett weggeschliffen und anschließend werden Rumpf und alle ABS-Teile grundiert. (gefillert) Danach wird nass geschliffen und anschließend in drei Spritzgängen weißer, roter und schwarzer 2-K-Lack aufgetragen. Die ganze Spritzorgie ist natürlich sehr zeitraubend, aber man wird dafür auch mit einem tollen Oberflächenfinish belohnt.
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Der Bau wird fortgesetzt mit der Montage der Antriebseinheiten. Hierüber findet man seltsamer Weise in der Bauanleitung keinerlei Hinweise. Die Außenläufer werden einfach in die fertigen Motorträger eingesetzt. Hierzu wird zunächst eine Bohrschablone aus Pappe hergestellt, um die noch zu bohrenden Löcher für die Bestigungsschrauben exakt zu positionieren. Der Träger wird dann einfach in die passgenauen Aussparungen auf der Tragfläche geklebt. Nun kann man auch die Motorkabel in die Fläche einziehen. Peter Adolfs empfiehlt im Beiblatt bei Einsatz von Brushless-Motoren Kabel mit einem Mindestquerschnitt von 0,75 mm² zu verwenden. Ich habe welche mit 1 mm² eingebaut, weil diese gerade verfügbar waren. Das Einziehen der Kabel in die Fläche gelingt gut mit Hilfe des Kunststoff-Innenrohrs eines Bowdenzuges. Dieser wird zunächst von der Gondel aus in die Fläche eingefädelt und mit einer Pinzette an der Kabeldurchführung in der Flächenmitte in Empfang genommen. Die Kabelenden klebt man dann mit Sekundenkleber an das Ende des Kunststoffzuges und zieht dann das Kabel von der Gondel bis zum Kabelaustrittsöffnung. Das Einziehen der Servokabel geschieht auf die gleiche Art und Weise. Die Kabel werden dann mit den Motorlitzen verlötet und die Anschlusspunkte mit Schrumpfschläuchen versehen. Zusätzlich wurde noch hinter dem Motor ein kleiner Steg aus Kiefernholz eingeklebt, an dem das Anschlusskabel mit einem Kabelbinder befestigt wurde. So ist sichergestellt, dass Kabel und drehender Außenläufer niemals in Kontakt kommen können.
Man sollte die Motorkabel auf dem Weg zu den Reglern im Rumpf flechten. Dies ist der wirksamste Schutz gegen Störimpulse. Auch empfiehlt es sich aus dem gleichen Grund gedrillte Servokabel für die Überbrückung der langen Strecken vom Empfänger zu den Flächenservos zu verwenden.
Die Montage der Motorgondeln ist wohl der schwierigste Teil des ganzen Bausatzes. Obwohl die Konturen der Gondeln erfreulicher Weise sehr genau dem Tragflächenprofil entsprechen ist die Sache doch etwas knifflig. Man kann sich die Arbeit sehr erleichtern, wenn man die drei Teile der Gondel in einer bestimmten Reihenfolge montiert. Zunächst befestigt man die runde Motorhaube mit zwei Miniatur-Holzschrauben von Vorne an den Motorträger, danach klebt man den unteren Teil der Gondel auf die Tragfläche und zum Abschluss den oberen Teil. Es versteht sich von selbst, dass man im Bereich der Klebestellen die Bügelfolie entfernt.
Die Befestigung der Querruderservos in den dafür vorgesehen Schächten kann auf vielerlei Arten geschehen: Die Einen kleben es mit Epoxi ein, die Anderen verwenden dafür Silikon. Bei Servos dieser geringen Abmessungen habe ich gute Erfahrungen mit Tesa Power-Stripes gemacht. Damit werden normalerweise Haken und andere Dinge im Haushalt überaus wirksam an Wänden befestigt. Der Vorteil ist, dass man die Power-Stripes mit einem Trick wieder entfernen kann. Somit lassen sich auch die Servos bei einem Defekt schnell einmal ausbauen und austauschen.
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Die Querruder werden wie die Höhenruder mit Tesaband an der Fläche angeschlagen. Die Ruderhörner werden einfach auf die Klappengeklebt. Sie sind einfachster Machart, aber sie erfüllen ihren Zweck. Sie besitzen unten zwei Dorne, die sich in das Holz eindrücken, Sekundenkleber sorgt dann für den entsprechenden festen Sitz. Die Anlenkungsdrähte sind einseitig fertig gekröpft. Sie werden in den Servohebel eingehängt, die andere Seite wird in eine Klemmhülse eingeführt, die vorher auf das Ruderhorn gesteckt wird.
Höhenruder und Seitenruder werden gleichfalls über dünne Drähte angelenkt, wobei diese aber in den Kunststoff-Innenrohren von Bowdenzügen geführt werden. Jedes Höhenruder erhält eine separate Anlenkung, die dann gemeinsam von einem Servo bedient werden. Zunächst müssen im Leitwerksbereich Bohrungen für die Durchführung der Führungsrohre hergestellt werden. In der Anleitung sind diese exakt vermaßt angegeben und daran kann man sich auch halten. Die Ruderhebel sind von derselben Machart wie bei den Querrudern, die Befestigungspositionen auf den Rudern sind gleichfalls in der Bauanleitung stimmig vermaßt. Auch hier sind die Anlenkungsdrähte einseitig gekröpft. Man muss jetzt beachten, dass die Drähte zunächst in die Führungsrohre eingeschoben und dann in die Ruderhorner eingesteckt werden. Erst jetzt klebt man das Ruderhorn an das Ruder.. Hält man diese Reihenfolge nicht ein, kann man die Sache mit der Kröpfung vergessen; die Drähte sind dann damit nicht mehr montierbar.
Die Kunststoff-Innenrohre werden jetzt an den gebohrten Rumpfdurchführungen verklebt und dann durch den Schlitz des anfangs beschrieben Spantes vor den Servos geführt. Die Befestigung der Stahldrähte an den Servos erfolgt wiederum mit Klemmhülsen, wobei wie schon erwähnt die beiden Höhenruder von einem Servo angelenkt werden. Erst jetzt werden die Servos fest montiert und zwar an die Position, in der die Anlenkungen am leichtgängigsten laufen. Zum Abschluss werden die Kunststoff-Führungsrohre in den Schlitzdurchführen verklebt.
Damit man Rumpf und Flächen trennen kann müssen die Kabelverbindungen zu den Querruderservos und den beiden Außenläufern gleichfalls getrennt werden. Dies macht man normaler Weise und am einfachsten mit elektrischen Steckern und Buchsen. Für diesen Zweck wurde ein kleiner Sperrholzsteg vor den Rumpfservos positioniert und dort die Buchsen eingeklebt, wobei für die drei Anschlusskabel der E-Motoren jeweils 2 mm Steckverbindungen verwendet wurden. Man kann diese Verbindungen natürlich auch ohne diesen Steg gestalten, es ist eine Sache des späteren Handlings.
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Der Bau wäre fast abgeschlossen, wenn da nicht noch die Sache mit dem Lipo-Akku wäre. Wie gesagt empfiehlt Peter Adolfs den Lipo-Akku ganz vorne im Rumpf zu positionieren, über dessen Befestigung findet man außer dem Hinweis, dass die beigefügte Akku-Aufnahme für diesen Akku-Typ nicht verwendet werden kann leider nichts. Es gibt eine ausführliche Erläuterung mit einem Schaltplan, wie der Akku dauerhaft im Rumpf verbleiben und von außen geladen werden kann. Nun, dies macht sicherlich bei Verwendung von NC- oder NiMH-Akkus Sinn, jedoch wohl nicht für einen Lipo-Akku. Das Problem bei der ganzen Sache ist das Handling des Lipos. Man kann ihn vorne im kleinen Rumpf nur mit einer Hand positionieren, aber man muss ihn ja auch in irgendeiner Weise befestigen. Der Lipo verschwindet dabei so weit vorne im Rumpf, dass man den Akku-Stecker auch nur mit einer Hand erreichen kann und diesen dann mit den Regler- Buchse einhändig zu verbinden und wieder zu trennen ist schier unmöglich. Die Herstellung einer langen Kabelschleife bis hin zur Rumpföffnung kam nicht in Betracht, da die Kabelverbindung von Akku zum Regler bekanntlich so kurz wie möglich gehalten werden soll, um Störimpulse zu verhindern. Zunächst wurde über eine sinnvolle Befestigung des Lipos nachgedacht und nach einigen Versuchen hat sich folgende Konstruktion als sehr funktionell erwiesen:
In der berühmten Bastelkiste fand sich noch ein Akkuschlauch, in dem sich der Lipo wunderbar hineinschieben lässt.
Man kann hierfür auch ein Stück Armaflex-Isolierschlauch mit entsprechendem Durchmesser verwenden, den man in jedem Baumarkt in der Heizung- und Sanitärabteilung erhält. Dieser wird dann längs auf ein 15 cm langes dünnes Sperrholzbrettchen mit einem Kabelbinder befestigt. Mit einem zusätzlichen Klettband wird der Lipo gegen Herausrutschen nochmals gesichert. Das Holzbrett wird dann in der Rumpfspitze mit Silikon geklebt. Das Einschieben und Herausnehmen des Akkus sowie das Schließen und Öffnen des Klettbandes ist so mit einer Hand bequem möglich.
Für die beiden Regler wurde ein kleiner senkrechter Steg in den Rumpf eingeklebt, an dem an jeder Seite ein Regler mit Klettband befestigt ist. Bevor man den Akku nun in den Rumpf eingelegt, wird zunächst die Steckverbindung zu den Reglern hergestellt. Damit man überhaupt an die Buchse der Regler gelangt, müssen diese zunächst von ihren Befestigungssteg genommen werden, dann wird der Akku eingeschoben und danach werden die Regler an den Steg geklettet.
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Das ganze hört sich in der Tat ziemlich umständlich an, ist aber überaus erfolgreich: Der Lipo kann nun einerseits ganz vorne im Rumpf platziert werden, was einen optimalen Schwerpunkt ohne Bleizugabe ergibt, andererseits sind die Verbindungskabel von Akku zum Regler so kurz wie möglich gehalten und das alles ist mit einer Hand möglich. Wem das alles zu kompliziert erscheint, kann den Akku natürlich viel weiter nach hinten platzieren, wo er wesentlich besser zu erreichen und zu befestigen ist. Dafür muss aber viel Blei in die Rumpfspitze packen, damit man einen unkritischen Schwerpunkt zu erhält.
Der abschließende Gang auf die Waage zeigt, dass die umgesetzte Lösung ein richtiger Weg war: Die Digitalanzeige verharrt bei 1023 g. Mit diesem Wert bleibt man sogar deutlich unter dem angegebenen Fluggewicht von 1100g, wobei ein guter Schwerpunkt von 54 mm hinter der Nasenleiste ohne Bleizugabe erreicht wurde (Empfehlung gem. Anleitung 50-60 mm).
Vor der Gang zur Waage wurden aber noch die beigefügten Dekore auf Rumpf und Flächen aufgebracht, die dem ganzen Modell ein schickes Outfit verpassen Auch wurde die Flächenauflage des Rumpfes mit farblosen Sanitär-Silikon abgedichtet. Dies sorgt für einen besseren Sitz der Fläche auf dem Rumpf und dichtet Letzteren auch gegen Spritzwasser ab.
Dem Erstflug stand danach nichts mehr im Wege und ein ruhiger Herbsttag kam da gerade recht. Zunächst einmal wurde das Manövrieren auf dem Wasser ausprobiert. Da das Seitenruder durch die Luftschrauben nicht angeströmt wird, hat es bei langsamer Verdrängerfahrt auch keinerlei Wirkung auf die Richtungskontrolle. Die Bauanleitung empfiehlt den Einbau eines kleinen Ruders, welches ins Wasser eintaucht und am Seitenruder befestigt ist. Es besteht natürlich die Gefahr, dass dieses Zusatzruder gerade bei Start und Landung durch Gegenstände im Wasser abgerissen wird. Hier bewährt sich aber als Alternative der Einsatz von zwei Reglern. Mit einem zu schaltbaren Mixer werden die Regler, also die einzelnen E-Motoren, mit dem Seitenruder gekoppelt. Bei einer Linkskurve wird so die Drehzahl des rechten Motors erhöht und umgekehrt. Nun folgt das Modell willig dem Seitenruder-Knüppel und mit etwas Übung lassen sich dann auch längere Geradeausfahrten realisieren.
Der Start selber ist aus dem Wasser vollkommen unproblematisch. Mit Vollgas geht das Modell innerhalb von Sekunden aus der Verdrängerfahrt in die Gleitfahrt über und löst sich kurz danach von der Wasseroberfläche. Dieser Blitzstart hat schon fast etwas Brachiales an sich. In den darauf folgenden Starts wurde nach dem Übergang in die Gleitphase das Gas deutlich zurückgenommen, sodass das Modell aus der Gleitphase langsam abhebt. So ein Start ist viel netter anzusehen.
Nach dem Abheben steigt das Modell deutlich nach oben weg. Um einen sauberen Horizontalflug hinzubekommen muss man kräftig Tiefe trimmen. Auch die Veränderung des Schwerpunktes im empfohlenen Bereich ändert daran nichts. An dieser Eigenschaft ist natürlich auch das verwendete Profil Clark Y maßgeblich verantwortlich. Bei Windstille lässt sich das Modell vollkommen unproblematisch steuern. Es folgt willig den Ruderausschlägen und man kann es in der Tat mit weniger als Halbgas fliegen. Frischt der Wind auch nur ein wenig auf sieht die Sache vollkommen anders aus. Das Modell wird dann in der Luft ziemlich gebeutelt und man muss schon gewaltig knüppeln, um den angedachten Kurs und die gewünscht Flughöhe beizubehalten. Dies ist aber auch kein Wunder: Der voluminöse Rumpf bietet eine Menge Angriffsfläche und dazu ist das Modell auch mit knapp über 1 Kg ein ziemliches Leichtgewicht. Auch muss man deutlich mehr Gas geben, damit das Modell überhaupt noch sicher und kontrolliert geflogen werden kann.
Looping, Rückenflug und Rollen stellen für das Modell auch keinerlei Probleme dar, es passt aber irgendwie nicht in das Flugbild. Viel schöner ist es, wenn man in der abendlichen Sonne elegant über dem Wasser kurvt, zwischenzeitlich einmal landet, um dann mit kurzem Gasstoß dem nassen Element wieder zu entfliehen. Apropos Landung: Man möchte ja meinen, dass man nach über 40 Jahren Modellbau mit der entsprechenden Flugerfahrung jedes Modell sicher auf den Boden bez. im vorliegenden Fall aufs Wasser absetzen kann. Es hat bestimmt 15 Versuche benötigt, bis das Modell sauber auf dem Wasser ohne entsprechende Hüpforgie gelandet werden konnte. Der Trick ist, dass man das Modell mit dem hinteren Rumpfdrittel aufsetzen muss, dann gleitet es ohne Hüpfer ganz elegant aus. Bei einer dieser Hüpf-Landungen verlor die kleine Albatross einen Schwimmer. Die Kunststoff-Hülsen sind einfach zu schwach und brechen relativ schnell durch. Als Verstärkung wurden in die Hülsen 2mm Eisendraht eingeschoben, damit war die Sache erledigt.
Fazit: Mit der Albatross 2 bietet Peter Adolfs einen Bausatz an, der mit einem sehr leichten GFK-Rumpf und rohbaufertigen Flächen glänzt, an denen es nichts auszusetzen gibt. Die hervorragend bebilderte Bauanleitung dürfte auch den Einsteiger in den Bau von Modellen vor keine größeren Probleme stellen. Der Bausatz ist darüber hinaus mit allem Zubehör ausgestattet, welches zwar teilweise sehr schlicht ist, aber dessen Funktionalität für diese Klasse absolut in Ordnung ist. Das Modell ist für einen Einsteiger in den Modellflug weniger geeignet. Hier sollte schon ein wenig Flugerfahrung vorliegen. Den größten Flugspaß hat man bei Windstille bzw. bei schwachen Winden. Frischt der Wind etwas auf wird der Flug teilweise sehr stressig und der Spaßfaktor geht verloren. Die von PAF empfohlene Motorisierung ist für das Modell als ideal zu bezeichnen. Mit dem Lipo 3S 2200 mAh wurden Motorlaufzeiten von rund 20 Minuten realisiert. Es ist nicht zu leugnen, dass die kleine Albatross nach den ersten Flügen ein entsprechendes Suchtpotential in Bezug auf Wasserflug ausgelöst hat und sicherlich wird sie einen Stammplatz in der kleinen Garage des Wohnmobils erhalten und mich so zukünftigen auf den Touren begleiten.
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Technische Daten
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Spannweite
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1.430 mm
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Länge
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920 mm
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Gewicht flugfertig
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1.023 g
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Profil
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Clark Y
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E-Motor
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Typhon micro 6/20/10 (2 Stck.)
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Regler
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YGE 12S (2 Stck.)
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Akku
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Lipo 2200-3S
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Servos QR
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D-Power AS 218 BB
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Servos SR/HR
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Jamara XT Super Micro
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November 2011
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